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quinta-feira, 21 de julho de 2011

Informationen über den brasilianischen Buchmarkt

Brasilien - Informationen über die wirtschaftliche Situation Brasiliens in Zahlen



Fläche: 8,5 Mio. qkm
Einwohner: 193,3 Mio. ( 2010)
Bevölkerungswachstum: 1,0 % (2010)
Analphabetenrate: 9,6 % (2010)
Internetnutzer: 355 (je 1.000 Einwohner; 2008)
Bruttoinlandsprodukt: 1.720 Mrd. US$ (2010)
BIP je Einwohner: 8.220 US$ (2009)
8.400 US$ (2010)
Wirtschaftswachstum: 0,1 % (2009)
7,5 % (2010)
4,5 % (Prognose für 2011)
Inflationsrate: 4,9 % (2009)
5,9 % (2010)
4, 5 % (Prognose für 2011)
Arbeitslosigkeit: 8,1 % (2009)
Exporte aus Brasilien Gesamt: 201,9 Mrd. US$ (2010) (2009: 152,9 Mrd. US$)
Importe nach Brasilien Gesamt: 181,6 Mrd. US$ (2010) (2009: 127,6 Mrd. US$)
(Quelle: Auswärtiges Amt 2011 / Germany Trade and Invest 2010)

Allgemeine Einschätzung - Deutsch-brasilianische Beziehungen
Brasilien ist die achtgrößte Volkswirtschaft der Welt. Die deutsch-brasilianischen
Beziehungen sind politisch, wirtschaftlich, kulturell und gesellschaftlich breit verankert. Brasilien ist der wichtigste Handelspartner Deutschlands in Lateinamerika. Deutschland belegt in der Handelsstatistik den 4. Platz unter den wichtigsten Handelspartnern hinter China, Argentinien und Niederlande. Nach einem Rückgang deutscher Exporte nach Brasilien im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahre 2009 mit einem Volumen von 6,1 Mrd. USD, stieg der Export um das doppelte in 2010 auf den Wert von 12,5 Mrd. USD (2008: 8,9 Mrd. USD). Die brasilianischen Exporte nach Deutschland beliefen sich 2010 auf einen Wert von 8,13 Mrd. USD, eine Erhöhung um 31,8% gegenüber 2009 (6,17 Mrd. USD).
 Nach einem starken Wachstum der ausländischen Direktinvestitionen von insgesamt 400,8 Mrd. USD 2009 (2008: 287,7 Mrd. USD) wuchst auch der Anteil Deutschlands auf 7,8%. Deutschland stellt mit Direktinvestitionen von fast 31 Milliarden Dollar eine solide wirtschaftliche Kraft in Brasilien dar. In Brasilien beschäftigen 1.300 deutsch-brasilianische Unternehmen ca. 250.000 Menschen. São Paulo ist mit ca. 800 deutsch-brasilianischen Unternehmen der größte Standort der deutschen Wirtschaft weltweit, außerhalb der EU und USA. (Quelle: Auswärtiges Amt 2011; BDI; Germany Trade and Invest 2010)

Daten zur Buchproduktion
Brasilien weist als einer der größten Wachstumsmärkte der Welt einen stetig wachsenden Buchmarkt und eine hoch professionalisierte Buchbranche auf, ähnlich der in Europa. Der Standard und die hochwertige Buchproduktion sind ungewöhnlich für Schwellenländer. Die brasilianische Verlagsbranche bereitet sich bereits jetzt auf den Ehrengastauftritt in Frankfurt 2013 vor. Das Interesse der Verlage ist enorm und die ersten Vorbereitungen laufen. „Für Brasilien bedeutet dieser zweite Ehrengast-Auftritt in Frankfurt eine große Chance“, sagte Rosely Boschini, Präsidentin der CBL. „Der internationalen Verlagswelt das Potential unseres Marktes und den hohen qualitativen Standard der Produkte unserer Branche zu zeigen, wird 2013 in Frankfurt unser Ziel und eine besondere Ehre sein.“ Der brasilianische Verlegerverband CBL hat seine Partnerschaft mit der brasilianischen Gesellschaft zur Exportförderung APEX auf weitere zwei Jahre erneuert. Damit ist die Fortsetzung der professionellen und umfangreichen Beteiligung Brasiliens auf den Buchmessen in Frankfurt, Bologna und Guadalajara gesichert. APEX hat bereits erfolgreich Maßnahmen ergriffen, um den Rechtehandel Brasiliens mit dem Ausland zu strukturieren undzu professionalisieren. Somit ist Brasilien perfekt vorbereitet auf 2013. Der brasilianische Buchmarkt wird wesentlich von der staatlichen Buchproduktion bestimmt. Die Verlagszentren sind in São Paulo und Rio de Janeiro angesiedelt, und entsprechend viele Buchhandlungen sind in diesen Regionen vertreten. In den ärmeren nördlichen Gegenden dês Landes hingegen gibt es kaum Buchhandlungen. Der Bedarf wird vom Staat gedeckt, der hauptsächlich die Region mit Schulbüchern versorgt. Es gibt etwa 2.676 Buchhandlungen im ganzen Land. Davon befinden sich 68 Prozent im Süden und Südosten der Regionen São Paulo und Rio de Janeiro, wo auch die „lesende“ Bevölkerung lebt. So sind die größten und wirtschaftlich orientierten Verlage des Landes (etwa 1.500) in der Metropolregion São Paulo angesiedelt.

Herausgegebene Titel und Auflagenhöhe
Die Zahl der in Brasilien erschienen Titel und Exemplare ist im Jahr 2009 gestiegen (jeweils um 2,7% und um 13,5%): Über 52.000 Titel und 386 Mio. Exemplare wurden auf den Marktgebracht – Tendenz steigend.
Bei der Unterteilung der Buchproduktion nach Sparten, ist deutlich die Zunahme im Bereich STM und Lehrbuch zu sehen. Ersteres kann durch die erhöhte Nachfrage an Weiterbildung und Spezialisierung erklärt werden. Das Wachstum der zweiten Sparte hat wesentlich MIT dem staatlichen Ankauf von Lehrmaterialien zu tun.
Mehr als die Hälfte der gesamten produzierten Exemplare fallen unter „Lehrmittel“. Der Zuwachs beruht auf den unterschiedlichen Einkaufszahlen der staatlichen Institutionen, die jê nach Programm und Zeitplan der jeweiligen Regierung die staatliche Bücherabnahme bestimmen. 2009 legte die Regierung den Schwerpunkt auf Bücher für Grundschulen und sorgte damit für einen Anstieg in der gesamten Kinderbuchproduktion. Bereits im Jahr 2008 stellte die brasilianische Regierung mit dem Plano Nacional do Livro e Leitura (PNLL) eine groß angelegte Leseförderungskampagne vor. Die Initiative sieht neben der Eröffnung neuer öffentlicher Bibliotheken und Buchzentren in öffentlichen Räumen unter
anderem auch Professionalisierungs- und Fortbildungsmaßnahmen für Bibliothekare, Lehrer und andere Multiplikatoren vor. Eine weitere Maßnahme ist der Vertrieb von kostengünstigen Büchern unter anderem an Schulen.
Die Zielsetzung der Kampagne beinhaltet eine deutliche Steigerung der Anzahl der
Schulkinder und eine Erhöhung des Unterrichtniveaus in allen Bereichen sowie den
angemessenen Zugang zu Bildung sowohl für Kinder als auch für Erwachsene (Grundwissen und Weiterbildung). Kaum eine Regierung hat sich in den letzten Jahren in diesem Ausmaß im Rahmen Von Bildung und Weiterbildung engagiert. Ein großes Potenzial an Lernenden liegt in Brasiliens stetig wachsender und nach oben strebender, unteren Mittelschicht (Kinder- wie Erwachsenenbildung).
(Quelle: CBL (Camara Brasileira do Livro))

Umsatz und verkaufte Exemplare
2009 liegt der Jahresgesamtumsatz der brasilianischen Verlagsbranche bei etwa 3,3 Mrd. R$ (2,1 Mrd. US$), mit einem Zuwachs um 2,1% seit 2008.
Der Umsatz der privatwirtschaftlichen Verlage betrug im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 4,3%. Überraschenderweise ging im Bereich Religion der Absatz leicht zurück. Auch bei den verkauften Exemplaren war ein Zuwachs in mehreren Segmenten zu verzeichnen (insgesamt: +8,11%). Man vermutet einen Zusammenhang mit der leichten Reduzierung des Durchschnittspreises für Bücher dieser Segmente (Lehrmaterial -10,2%, Religion -5,7%, STM - 8,9%). Zählt man zu den verkauften Exemplaren auch die staatliche Buchabnahme, so war der gestiegene Absatz noch deutlicher zu verzeichnen: +11,3%. Der Staat kaufte 16,85% mehr Exemplare als im Vorjahr. Der brasilianische Staat ist Hauptabnehmer der nationalen Buchproduktion, was den brasilianischen Buchmarkt wesentlich bestimmt. Man nennt ihn auch den größten Buchkäufer der Welt.

Vertriebskanäle
Buchhandlungen sind nach wie vor der wichtigste Vertriebskanal des brasilianischen
Buchmarktes, mit einem Anteil von 42,4%, inkl. dem Onlineverkauf der Buchhandlungen. Dem folgt der Zwischenbuchhandel, obwohl sich sein Anteil leicht verringert hat (2008: 25,3%; 2009: 23,8%). Der Tür-zu-Tür-Verkauf steigt weiter und belegt 2009 den dritten Platz (2006: 5,4%; 2007: 9,5%; 2008: 13,7%; 2009: 16,6%). Dies ist möglicherweise auf die gestiegene Kaufkraft der Gesellschaftsschichten mit niedrigem Einkommen und
Bildungsniveau zurückzuführen. (Quelle: FIPE, CBL und SNEL, Produção e Vendas do Setor Editorial Brasileiro, 2010)

Übersetzungen ins Brasilianische
Aufgrund des hohen Anteils an Lehrbüchern im brasilianischen Buchmarkt ist der Anteil an Übersetzungen relativ gering (2008: 6,1%; 2009: 7,3%).
Nach wie vor stammen die meisten Übersetzungen aus dem Englischen. Hier ist im Vergleich zu anderen Sprachen eine wesentliche Erhöhung der Auflagenzahl im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen (etwa um 75%!). „Verlierer“ sind die Übersetzungen aus dem Spanischen mit einem Rückgang von über 41%, sowohl hinsichtlich der Titel als auch der Exemplare. Deutsch bleibt auf Platz 5 der Übersetzungen ins Brasilianische, nach Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch. Seit 2008 steigen die Übersetzungen aus Portugal um fast 21,5%.

Lizenzstatistik
Für Deutschland ist Brasilien mit 134 vergebenen Lizenzen (2009) der größte
Lizenzabnehmer auf dem amerikanischen Kontinent, USA folgen mit 113 Lizenzen undweitere Länder bleiben mit großem Abstand zurück. (Quelle: Buch und Buchhandel in Zahlen 2010)

Buchpreisbindung
Eine Buchpreisbindung wird in Brasilien stark diskutiert. Bisher konnte keine Preisbindung gesetzlich verankert werden. Gesetze zum Urheberrechtsschutz 1998 trat ein Gesetz in Kraft (Ley 9610 de 1998), das die bis dahin geltende Gesetzgebung zum Urheberrechtsschutz aktualisierte. Der Urheberrechtsschutz ist ein Thema, das die Branche in Brasilien momentan sehr bewegt und deshalb erneut kurz vor einer Änderung steht. Ein neuer Gesetzesentwurf befindet sich in der Prüfungsphase. Jens Bammel, Secretary General der International Publishers Association (IPA), meint, die geplanten Urheberrechtsausnahmen im Bildungsbereich seien eine besondere Gefahr für die Verlage. Ergebnisse werden im Laufe des Jahres 2011 erwartet. (Quelle: CERLALC, www.cerlalc.org)

Buchmesse
Die brasilianische Bienal do Livro findet wechselweise in São Paulo und in Rio de Janeiro statt. Die Bienal do Livro de São Paulo ist die größte unter den rund 15 wichtigen brasilianischen Buchmessen. Sie ist eine Publikumsmesse, bei der der Buchverkauf im Vordergrund steht. Gleichzeitig ist sie nach wie vor der bedeutenste fachliche Treffpunkt der Buchwelt Brasiliens. Vom 12. bis 22. August 2010 fand die 21a Bienal Internacional do Livro de São Paulo statt. Mit einer Fläche von 60.000 Quadratmetern, ist sie die größte Buchmesse Lateinamerikas. Über einen Zeitraum von elf Tagen präsentierten insgesamt 350 Aussteller ihre Titel. 703.000 Besucher wurden gezählt, darunter 4.500 Fachbesucher, 134.000 Schüler und 2.200 Journalisten (Medien). Ein Gastland im engen Sinne gibt es auf der Biennale nicht. Da die Messe mit 350 bis 590 US$ pro Quadratmeter (je nach Zeitpunkt der Anmeldung) die teuerste Buchmesse Lateinamerikas ist, wird sie vor allem von großen Verlagen dominiert. Der organisierende Verlegerverband CBL hat seine Bemühungen allerdings verstärkt, auch die Unabhängigen Verlage wieder auf der Messe zu etablieren. Erstmals wurde 2010 die Bienal do Livro de São Paulo von Reed durchgeführt. Der britische Messegigant kaufte im Jahr 2009 die brasilianische Durchführungsgesellschaft Alcantaro Machado und erhielt damit den Auftrag für die Organisation der Bienal do Livro. Die Zufriedenheit der Aussteller mit dem neuen Durchführer Reed Alcantaro Machado (RXAM) war hoch. Die nächste Bienal do Livro findet in September 2011 in Rio de Janeiro statt. 2012 folgt die 22ª Bienal do Livro de São Paulo. (Quelle: www.bienaldolivrosp.com.br; www.bienaldolivro.com.br)

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