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quinta-feira, 3 de dezembro de 2009

Lula critica países que pressionam Irã mas não reduzem seus arsenais

Lula afirmou que os EUA e a Rússia também devem desativar suas armas.

Para o presidente, comunidade internacional deve ter 'paciência' com o Irã.

O presidente Luiz Inácio Lula da Silva disse nesta quinta-feira (3), na Alemanha, que a comunidade internacional deve ter “paciência” com o Irã e manter negociações com o país do Oriente Médio sobre seu programa nuclear. Lula criticou os países que mantêm arsenais atômicos.

"O que a gente espera é que aconteça o melhor, que não tenha arma nuclear no Irã, que não tenha arma nuclear em nenhum país do mundo. Que Estados Unidos desativem as suas, e a Rússia desative as suas. Porque autoridade moral para gente pedir pros outros não terem é a gente também não ter", disse. "É importante que os que têm comecem a desmontar seus arsenais, para que a gente tenha mais argumentos."

"Que Estados Unidos desativem as suas, e a Rússia desative as suas. Porque autoridade moral para gente pedir pros outros não terem é a gente também não ter. É importante que os que têm comecem a desmontar seus arsenais, para que a gente tenha mais argumentos"

O presidente brasileiro fez seu comentário ao lado da chanceler alemã, Angela Merkel, logo após ela falar em “perder a paciência” com o Irã por conta da falta de resultados objetivos nas negociações com o país, que se arrastam há quatro anos.

“O melhor e mais barato é acreditarmos nas negociações e termos muita paciência”, disse Lula. “Eu penso que tratar o Irã como se fosse um país insignificante, aumentado a cada dia a pressão, poderá não resultar em uma coisa boa. Precisamos aumentar o grau de paciência para aumentar o grau de conversação com o Irã.”

No mês passado, Lula defendeu o direito do Irã de desenvolver um programa nuclear para fins pacíficos, durante visita do presidente Mahmoud Ahmadinejad ao Brasil, no dia 23 de novembro. "Reconhecemos o direito do Irã de desenvolver um programa nuclear com fins pacíficos e com respeito aos acordos internacionais e esse é o caminho que o Brasil vem trilhando. Não proliferação e desarmamento nuclear devem andar juntos", disse Lula.

Na Alemanha, o presidente lembrou que o Brasil desenvolve um programa de enriquecimento de urânio, para uso na produção de energia elétrica. “O mesmo que o Brasil aceita para si, nós aceitamos para o Irã”, disse.

Fonte: http://g1.globo.com/Noticias/Politica/0,,MUL1402228-5601,00-LULA+CRITICA+PAISES+QUE+PRESSIONAM+IRA+MAS+NAO+REDUZEM+SEUS+ARSENAIS.html

Brazilian President Lula da Silva

Statements from Brazilian President Lula da Silva at a press conference in Berlin, 03.12.2009:

"The more sensible thing for everyone would be to engage in negotiations (with Iran) and show a lot of patience," said Lula, who advocates dialogue with the Islamic republic.

"Those with (nuclear capabilities) must destroy their arsenals, that would be the better argument," in negotiations with Iran, he said in a reference to the United States and Russia.

Pressestatements von Bundeskanzlerin Merkel und Staatspräsident Lula da Silva

Berlin, 03/12/2009

Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat bei seinem Deutschlandbesuch zu einem anderen Umgang mit dem Iran im Atomstreit aufgerufen. »Das Beste und Billigste für uns alle ist, wenn wir auf Verhandlungen setzen und uns mit Geduld wappnen«, sagte Lula am Donnerstag nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Es sei nicht angebracht, jeden Tag den Druck auf die iranische Regierung zu verstärken und den Iran so zu behandeln als wäre es ein unbedeutendes Land. Nur über Gespräche sei gegenseitiges Verständnis zu erreichen, er setze auf Dialog und Überzeugung. Zugleich mahnte der brasilianische Präsident, alle Staaten müßten ihre Arsenale an Atomwaffen abbauen, »dann hätten sie bessere Argumente, um andere zu überzeugen«.


Herr Präsident, ich hätte gern von Ihnen gewusst, wie Sie den Besuch des iranischen Präsidenten in Brasilien beurteilen, der in vielen europäischen Ländern für etwas Kopfschütteln gesorgt hat. Hat Ihrer Meinung nach der Westen die falsche Strategie im Umgang mit Iran?

BK'in Merkel: Also wir haben darüber gesprochen. Ich habe mich natürlich auch nach diesem Besuch erkundigt. Der Präsident wird gleich etwas dazu sagen.

Ich glaube, im Grundsatz haben wir das gleiche Ziel, nämlich absolute Transparenz und Kooperation mit der internationalen Atomenergiebehörde. Hier hat der Iran die Dinge verletzt. Deshalb gehen wir ja auch einen doppelten Weg, einerseits dem Iran Angebote für eine gute gemeinschaftliche Entwicklung zu machen und ihm andererseits aber auch zu sagen: Wenn das nicht der Fall ist - unsere Geduld ist ja schon auf eine harte Probe gestellt -, dann müssen neue Sanktionen in Betracht gezogen werden.

Ich glaube, dass es in der Herangehensweise durchaus auch kleinere Differenzen gibt. Ich habe dafür geworben, dass wir dem Iran sehr, sehr viele Angebote gemacht haben. Auch ich bin der Meinung, man darf niemanden in die Ecke stellen. Aber es ist so, dass wir nun schon lange Zeit - wenn ich allein auf meine Amtszeit zurückblicke, dann sind es mehr als vier Jahre; aber Gespräche gab es auch schon davor - mit dem Iran diskutieren und wir leider keinen Fortschritt erkennen. Deshalb würde ich mich freuen - und Brasilien hat das auch gesagt -, wenn möglichst viele Länder mit dem Iran in einem gemeinsamen Gespräch wären, um deutlich zu machen: Es ist nicht das Ansinnen, ein Land auf der Welt in die Ecke zu stellen und zu isolieren, sondern es geht darum, dass wir gemeinsame Prinzipien auch weltweit verwirklichen.

Presidente Lula da Silva: Das Beste und das Billigste für uns alle ist, wenn wir auf Verhandlungen setzen und uns mit viel Geduld wappnen. Nach meiner Meinung ist es nicht angebracht, den Iran zu behandeln, als ob es ein unbedeutendes Land wäre und jeden Tag den Druck auf den Iran zu verstärken. Ich glaube, das wird nicht zu guten Ergebnissen führen.

Da der Iran ein Land mit einer sehr eigenständigen Kultur mit 80 Millionen Einwohnern und gravierenden innenpolitischen Problemen ist, müssen wir uns noch mit mehr Geduld wappnen, um mit der iranischen Regierung zu sprechen.

Ich hatte das Glück, in einer Woche den israelischen Präsidenten, den Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde und den iranischen Präsidenten zu empfangen. Ich habe mit jedem ausführlich gesprochen. Ich glaube, dass es immer einen Spalt gibt, in dem man den Leuten klar machen kann, dass der Friede viel effizienter und vor allem viel billiger ist als der Krieg. Mit meiner sehr geschätzten Freundin Angela Merkel habe ich heute schon darüber gesprochen. Ich habe mit Obama in Pittsburgh darüber gesprochen. Ich habe mit Sarkozy und mit Gordon Brown darüber gesprochen. Wir brauchen einen neuen Konversationsstil, um zu sehen, wie wir das wechselseitige Misstrauen abbauen, das es heute allerorten gibt. Wir müssen ein Vertrauensklima schaffen, um von Verhandlungen und guten Verhandlungsergebnissen träumen zu können.

Meine eigene Position ist hier sehr klar: Der brasilianischen Verfassung ist eingeschrieben - es ist übrigens keine Regierungsentscheidung -, dass Kernwaffen verboten sind. Sie sind verfassungswidrig. Wir haben aber in Brasilien Urananreicherung, um Strom herzustellen.

Und was wollen wir mit dem Iran? Wir wollen, dass der Iran sich zu denselben Verpflichtungen bekennt, die Brasilien übernommen hat. Das, was Brasilien für sich akzeptiert, verlangen wir auch vom Iran. Nur über Gespräche kann man zu einer konzertierten Politik und zu einem wechselseitigen Einverständnis im mittleren Osten kommen.

Ich weiß nicht, ob ich naiv bin. Ich weiß nicht, ob ich zu optimistisch bin. Aber ich setze doch sehr auf die Fähigkeit der Überzeugung und auf die Dialogfähigkeit der Menschen. Wir versuchen, unseren Beitrag zu liefern. Ich erhoffe mir das Beste, also keine Kernwaffen im Iran, keine Kernwaffen in keinem Land der Welt und dass die USA und Russland ihre Kernwaffen abbauen. Wenn man von anderen verlangt, dass sie keine Kernwaffen haben, dann muss man sich erst einmal die moralische Autorität erwerben. Wir haben uns zur Nichtverbreitung von Kernwaffen bekannt, und das steht auch in der Verfassung. Deswegen kann ich das hier guten Gewissens sagen. Aber diejenigen, die Kernwaffen haben, sollten ihre Arsenale abrüsten. Dann hätten sie nämlich bessere Argumente, um andere zu überzeugen.


BK'in Merkel: Vielen Dank, Herr Staatspräsident.

Fonte: http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Mitschrift/Pressekonferenzen/2009/12/2009-12-03-pk-merkel-lula-da-silva.html